12.01.2019

Lohnsteuernachzahlungen bei Naturalwohnungen

Beitritt zur Beschwerde wird angeraten

Mit Schreiben des BMLV vom Dezember 2018 wurden Naturalwohnungsnutzer
darüber informiert, dass nach einer Anregung des Rechnungshofes das Finanzamt
Wien 1/23 im Rahmen einer Steuerprüfung dazu kommt, für Naturalwohnungen
Lohnsteuernachzahlungen durch die Nutzer ab dem Jahr 2010 zu fordern.
Dies deshalb, sich weil die Wohnungen an ihre Nutzer günstiger weitergegeben
werden, als es dem durchschnittlichen Mietpreis entspricht. Die Differenz bildet nach
Ansicht der Finanzbehörde einen zu versteuernden Sachbezug.
Die entsprechenden Lohnsteuerbescheide sind an das BMLV Anfang Dezember 2018
ergangen. Das BMLV hat gegen die Bescheide Rechtsmittel eingelegt. Der Ausgang
des Verfahrens ist derzeit nicht absehbar.
Wenn sich in letzter Instanz ergibt, dass das BMLV als Dienstgeber tatsächlich diese
Lohnsteueranteile für die Bediensteten schuldet, muss es diese von den
Wohnungsnutzern zurück verlangen.
Der Dienstgeber empfiehlt den Wohnungsnutzern in seinem Informationsschreiben,
sich der Beschwerde des BMLV gegen die Bescheide anzuschließen.
Aus Sicht der FGÖ-Bundesheergewerkschaft ist im derzeitigen Stand des Verfahrens
den Bediensteten ebenfalls zum Beitritt zur Beschwerde zu raten.
In der Folge wird ein kurzer Fragenkatalog mit möglichen Antworten auf die
wichtigsten Fragen als Sofortinformation für die Mitglieder angefügt.

Muster einer möglichen Beitrittserklärung zur Beschwerde des BMLV.

FRAGEN und ANTWORTEN
Wie viel ist zu bezahlen? Das kann nicht genau prognostiziert werden, da dies von verschiedenen Faktoren unter anderem vom Bruttogehalt, der Wohnungsgröße, dem Zeitpunkt der Zuweisung abhängt. Durch den Sachbezugsanteil ergibt sich ein höheres Bruttoentgelt, welches als Lohnbestandteil zu versteuern ist, wenn der Beschwerde des BMLV nicht stattgegeben wird. Der Sachbezug ist die Differenz zwischen dem ortsüblichen Preis einer vergleichbaren Wohnung und den Wohnungskosten der Naturalwohnung. Diese wird dem Bruttoeinkommen zugeschlagen und daraus ergibt sich die neue Steuerbemessungsgrundlage. Wieso ist das jetzt Thema? Durch eine Prüfung des Rechnungshofes wurde die Frage aufgeworfen, ob die im Gesetz geregelte „Förderung“ des Dienstgebers bei Naturalwohnungen nicht als Sachbezug zu versteuern ist. Was soll ich jetzt machen? Es wird dringend angeraten, sich dem Verfahren beim Finanzamt durch eine Beitrittserklärung (Beitritt zur Beschwerde des BMLV, siehe Beilage) anzuschließen. Dies ist deshalb so wichtig, weil das Finanzamt das Verfahren gegen den Dienstgeber BMLV, welcher die Lohnsteuer zu berechnen und abzuführen hat, führt. Sollte dem Dienstgeber die Nachzahlung der Lohnsteuer für die Naturwohnungsnutzer vorgeschrieben werden, müsste dieser sie dem steuerpflichtigen Naturalwohnungsnutzer „weitergeben“. Als Einzelner kann man den Lohnsteuerbescheid an den Dienstgeber unserer Beurteilung nach ohne Beitrittserklärung dann nicht bekämpfen. Wohin soll die Beitrittserklärung geschickt werden? An das Finanzamt 1/23 Wien Wie soll das Schreiben ausschauen? Gemäß Muster, Beilage Bis wann sollte man die Beitrittserklärung absenden? So bald wie möglich. Wer ist zuständig? Im BMLV ist die Abteilung Personalmarketing zuständig. Für Rückfragen: Bürgerservice des BMLV unter der TelNr. 050201 10 21160 #

WICHTIG!
Es sind alle betroffenen Naturalwohnungsnutzer eingeladen und aufgefordert der FGÖ - Bundesheergewerkschaft beizutreten. Denn gemeinsam sind wir natürlich noch durchsetzungsfähiger.